Übung: Dreierrhythmus zur Atemvertiefung
Quelle: Yoga-Qigong mit bewusster Atmung, Hans-Georg Schoen, S.83
Körperlage: Rückenlage

Es geht darum, bei einer entspannten natürlichen Atmung jeweils nach dem dritten Einatmen das Auszuatmen zu verlängern. Damit sich dieser Rhythmus einprägt, zählen wir bei den ersten beiden Atemzügen nach dem Einatmen mit dem Ausatmen zunächst hörbar: EINS
Einatmen   –   Ausatmen: ZWEI.
Einatmen   –   Beim dritten Ausatmen lassen wir die Luft länger wegfließen: DREI, VIER, FÜNF
und lassen so eine natürliche Pause der Leere entstehen. Das innere Zählen ist zunächst wichtig, damit der Geist bewusst bei der Atmung bleibt und nicht durch Gedanken abgelenkt wird. Erst in der Atemleere ist nur noch ein Lauschen da.

Mit jeder Wiederholung wird die Atmung tiefer und so auch das dritte Ausatmen noch weiter verlängert, indem wir dann zählen: DREI, VIER, FÜNF, SECHS…
Auf diese Weise kann der Atemstrom immer weiter wegfließen und es wird eine natürliche Leere entstehen, die dann bewirkt, dass sich auch die Einatmung weiter vertieft. Die entstehende Leere (Kumbhaka Kevala) nach dem Zählen ist sehr wichtig, denn dann hört jedes Denken auf und wir fühlen uns frei. Dieser Atemrhythmus sollte ganz natürlich ohne irgendeine Anstrengung ablaufen. In der Atemlücke lernen wir, auf unser Herz zu lauschen und Gefühle wahrzunehmen. Damit wird das Herz in seiner Tätigkeit entlastet. Gleichzeitig sind wir offen für die Lebensenergie (Prana, Qi). Das Erfahren dieser Gedankenleere ist die Grundlage jeder Meditation, wollen wir uns doch in einen höheren Bewusstseinszustand versetzen.