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Um eine Bewegung ausführen zu können, ist immer das Zusammenspiel gegensätzlich wirkender Muskeln notwendig. Ein Muskel arbeitet bei einer Bewegung niemals allein. Der Agonist (Spieler) führt eine Bewegung aus, während der Gegenspieler oder Antagonist dafür sorgt, das die Bewegung in Gegenrichtung erfolgen kann.
Zum Beispiel:


Beugt der Bizeps (Agonist) den Unterarm im Ellenbogen, so muss gleichzeitig der Gegenspieler Trizeps (Antagonist) gedehnt werden.
Soll der Unterarm wieder in eine gerade Position gebracht werden, geht es umgekehrt: Jetzt ist der Trizeps der Agonist, er streckt den Unterarm, während der Bizeps als Antagonist gedehnt wird.

Die jeweils geforderten Antagonisten leisten  durch ihr Bremsen oder Dehnen die Feinabstimmung einer Bewegung.

Gewöhnlich richten wir unsere Aufmerksamkeit  auf  das Zusammenziehen eines Muskels.
Bei unserer Übung geht es um das Runterziehen der Oberschenkel, das sich Nähern der Knie zur Brust. Bald ist eine Grenze für die Bewegung erreicht. Warum geht es nicht noch weiter?
Es ist der Antagonist, der jede weitere Bewegung verhindert.
Oft ist dieser Antagonist im Bindgewebe durch Ablagerungen verklebt und nicht mehr dehnfähig, weil er nicht genug gefordert wurde. In unserem Fall sind es der untere Rückenraum und der Lendenmuskel, die jede weitere Bewegung des Heranziehens der Oberschenkel zu Brust verhindern. Die Verkürzung macht sich in unserem Fall durch Beschwerden im Rücken bemerkbar.

Aus Erfahrung weiß ich, dass, sobald ich die Aufmerksamkeit auf den Antagonisten richte und diesen dehne, der Bewegungsraum erweitert werden kann.

Bei unserer Übung fühle ich bewusst beim Einatmen das Nachgeben der Muskulatur im unteren Rücken, was sofort ermöglicht, die Knie dichter zur Brust zu ziehen.

Dieses Prinzip der Aktivierung des Antagonisten erreichen wir, wenn wir unsere volle Aufmerksamkeit auf den Antagonisten richten. So gilt es für alle unsere Übungen, besonders beim Einatmen,  die Aufmerksamkeit auf den Antagonisten zu richten und diesen zu dehnen.

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